Gesichtsfeldmessung: Alles, was Sie über die Untersuchung und ihre Bedeutung wissen müssen
Haben Sie das Gefühl, dass Ihr peripheres Sehen nicht mehr so scharf ist wie früher? Oder haben Sie Schwierigkeiten, Objekte am Rande Ihres Sichtfelds zu erkennen? Eine Gesichtsfeldmessung kann Aufschluss darüber geben, ob eine Beeinträchtigung vorliegt und deren Ursache identifizieren. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über diese wichtige Untersuchung.
Was ist eine Gesichtsfeldmessung?
Die Gesichtsfeldmessung, auch Perimetrie genannt, ist eine augenärztliche Untersuchung, die dazu dient, das gesamte Areal zu erfassen, das ein Auge wahrnehmen kann, ohne dass es sich bewegt. Das Gesichtsfeld umfasst den zentralen Sehbereich sowie das periphere Sehen. Die Untersuchung ist wichtig, um Auffälligkeiten und Einschränkungen im Gesichtsfeld zu erkennen.
Warum wird eine Gesichtsfeldmessung durchgeführt?
Eine Gesichtsfeldmessung wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt:
- Früherkennung von Augenerkrankungen: Insbesondere bei Glaukom (Grüner Star) ermöglicht die Untersuchung, Gesichtsfeldausfälle frühzeitig zu erkennen, oft bevor der Patient sie selbst bemerkt.
- Überwachung des Krankheitsverlaufs: Bei bereits diagnostizierten Augenerkrankungen wie Glaukom oder Makuladegeneration dient die Messung dazu, den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren und die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen.
- Diagnostik neurologischer Erkrankungen: Auch neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Tumore können Gesichtsfelddefekte verursachen, die durch die Perimetrie erkannt werden können.
- Beurteilung der Fahrtauglichkeit: In bestimmten Fällen kann eine Gesichtsfeldmessung erforderlich sein, um die Fahrtauglichkeit zu beurteilen.
Wie läuft eine Gesichtsfeldmessung ab?
Es gibt verschiedene Methoden der Gesichtsfeldmessung. Die gängigsten sind:
1. Statische Perimetrie
Bei der statischen Perimetrie, die oft mit dem Humphrey Field Analyzer (HFA) durchgeführt wird, sitzt der Patient vor einem halbkugelförmigen Bildschirm. Ein Auge wird abgedeckt, während das andere Auge auf einen Fixierpunkt in der Mitte des Bildschirms gerichtet ist. Während der Untersuchung werden an verschiedenen Stellen im Gesichtsfeld Lichtpunkte unterschiedlicher Helligkeit präsentiert. Der Patient drückt einen Knopf, sobald er einen Lichtpunkt wahrnimmt. Die Ergebnisse werden mit Normwerten verglichen, um Abweichungen festzustellen.
2. Kinetische Perimetrie
Bei der kinetischen Perimetrie bewegt sich ein Lichtpunkt aus der Peripherie in Richtung Zentrum des Gesichtsfelds. Der Patient signalisiert, wann er den Lichtpunkt erstmals sieht. Diese Methode wird heutzutage seltener eingesetzt, kann aber in bestimmten Fällen hilfreich sein.
Was sind mögliche Ergebnisse einer Gesichtsfeldmessung?
Die Ergebnisse der Gesichtsfeldmessung können verschiedene Auffälligkeiten zeigen:
- Gesichtsfeldausfälle (Skotome): Bereiche im Gesichtsfeld, in denen das Sehen eingeschränkt oder vollständig fehlt.
- Verengung des Gesichtsfelds: Eine Reduktion des gesamten Sehbereichs.
- Allgemeine Sensibilitätsminderung: Eine verminderte Wahrnehmung von Lichtpunkten im gesamten Gesichtsfeld.
Welche Erkrankungen können Gesichtsfelddefekte verursachen?
Gesichtsfelddefekte können ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein:
- Glaukom (Grüner Star): Die häufigste Ursache für Gesichtsfeldausfälle.
- Schlaganfall: Kann zu plötzlichen Gesichtsfelddefekten führen.
- Multiple Sklerose: Kann Entzündungen des Sehnervs verursachen, die das Gesichtsfeld beeinträchtigen.
- Tumore im Gehirn oder an der Sehbahn: Können Druck auf die Sehbahn ausüben und Gesichtsfelddefekte verursachen.
- Entzündungen des Sehnervs (Neuritis nervi optici): Können das Gesichtsfeld beeinträchtigen.
- Retinitis Pigmentosa: Eine erbliche Netzhauterkrankung, die zu fortschreitender Gesichtsfeldeinschränkung führt.
Wie bereite ich mich auf eine Gesichtsfeldmessung vor?
In der Regel sind keine besonderen Vorbereitungen für eine Gesichtsfeldmessung erforderlich. Informieren Sie Ihren Arzt jedoch über alle Medikamente, die Sie einnehmen, und über eventuelle Augenerkrankungen. Tragen Sie Ihre Brille oder Kontaktlinsen, falls Sie diese normalerweise zum Sehen benötigen.
Was passiert nach der Gesichtsfeldmessung?
Nach der Messung wird Ihr Arzt die Ergebnisse auswerten und mit Ihnen besprechen. Je nach Ergebnis können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um die Ursache der Gesichtsfelddefekte zu klären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Fazit
Die Gesichtsfeldmessung ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung und Überwachung von Augenerkrankungen und neurologischen Erkrankungen. Sie ist schmerzfrei und liefert wertvolle Informationen über den Zustand Ihres Sehvermögens. Regelmäßige Gesichtsfeldmessungen, insbesondere bei Risikofaktoren wie Glaukom, können dazu beitragen, Ihr Sehvermögen langfristig zu erhalten.