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GOÄ K1: Alles, was Ärzte über den Zuschlag für Kinder wissen müssen

Lukas Fuchs vor 2 Monaten Qualitätsmanagement & Leitlinien 3 Min. Lesezeit

Die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) ist ein komplexes Regelwerk, besonders wenn es um die Abrechnung von Leistungen bei Kindern geht. Einer der wichtigsten Zuschläge ist der GOÄ K1. Aber was genau verbirgt sich hinter dieser Kennziffer? Und wann können Sie ihn abrechnen? Dieser Artikel liefert Ihnen die Antworten.

Was ist der GOÄ K1 Zuschlag?

Der GOÄ K1 ist ein Zuschlag, der zu bestimmten Untersuchungen bei Kindern bis zum vollendeten 4. Lebensjahr berechnet werden kann. Er wird im Abschnitt B der GOÄ unter den Grundleistungen und allgemeinen Leistungen geführt.

Konkret bezieht sich der K1 Zuschlag auf Untersuchungen nach den GOÄ-Nummern:

  • GOÄ 5: Eingehende neurologische Untersuchung
  • GOÄ 6: Ganzkörperstatus
  • GOÄ 7: Zuschlag zum Ganzkörperstatus bei Säuglingen und Kleinkindern
  • GOÄ 8: Untersuchung eines Kindes (bis zum vollendeten 4. Lebensjahr)

Wichtig: Der K1 ist nicht mit dem K2 Zuschlag zu verwechseln. K2 ist für andere Leistungen und Altersgruppen vorgesehen.

Wann kann der GOÄ K1 Zuschlag abgerechnet werden?

Der K1 Zuschlag kann dann abgerechnet werden, wenn bei der Untersuchung eines Kindes unter 4 Jahren besondere Schwierigkeiten auftreten, die über den normalen Aufwand hinausgehen. Diese Schwierigkeiten können beispielsweise durch:

  • Die geringe Kooperationsbereitschaft des Kindes
  • Einen erhöhten Zeitaufwand
  • Die Notwendigkeit besonderer Lagerungstechniken

Achtung: Der Zuschlag darf nicht einfach pauschal abgerechnet werden. Die besonderen Umstände müssen in der Rechnung dokumentiert werden. Eine Formulierung wie "erhöhter Zeitaufwand durch unruhiges Kind" ist hier empfehlenswert.

Wie hoch ist der GOÄ K1 Zuschlag?

Der GOÄ K1 ist mit 120 Punkten bewertet. Der Wert eines Punktes ist in der GOÄ festgelegt (5,82873 Cent). Daraus ergibt sich ein einfacher Satz von 7,00 € (120 * 0,0582873).

Allerdings kann der Arzt den Zuschlag gemäß § 5 GOÄ mit einem Steigerungsfaktor erhöhen. Der übliche Steigerungsfaktor liegt bei 2,3, kann aber bei besonderer Begründung auch höher sein. Ein erhöhter Steigerungsfaktor sollte jedoch immer gut dokumentiert werden.

GOÄ K1 und der Steigerungsfaktor: Wann ist er gerechtfertigt?

Ein erhöhter Steigerungsfaktor beim GOÄ K1 ist gerechtfertigt, wenn der Aufwand für die Untersuchung des Kindes besonders hoch war. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn:

  • Das Kind sehr ängstlich ist und viel Zureden benötigt
  • Mehrere Versuche notwendig sind, um bestimmte Untersuchungen durchzuführen
  • Die Eltern sehr besorgt sind und intensive Beratung benötigen

Wichtig: Die Begründung für den erhöhten Steigerungsfaktor muss nachvollziehbar sein und sich auf den konkreten Fall beziehen. Eine allgemeine Formulierung reicht nicht aus.

GOÄ K1 und K2 im Vergleich

Oftmals werden die Zuschläge K1 und K2 verwechselt. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Merkmal GOÄ K1 GOÄ K2
Alter des Kindes Bis zum vollendeten 4. Lebensjahr Ab dem 4. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr
Bezug zu GOÄ-Nummern Vor allem GOÄ 5, 6, 7 und 8 Breiteres Spektrum, z.B. Visiten, Besuche
Art der Leistung Vor allem Untersuchungen Untersuchungen, Beratungen, Visiten

Fazit: GOÄ K1 korrekt abrechnen

Der GOÄ K1 Zuschlag ist ein wichtiger Baustein der Abrechnung von Leistungen bei Kindern. Durch die korrekte Anwendung und Dokumentation können Ärzte eine angemessene Vergütung für ihren Mehraufwand erhalten. Achten Sie auf die Altersgrenze, die korrekte Zuordnung zu den GOÄ-Nummern und die detaillierte Begründung für den Ansatz des Zuschlags, insbesondere bei Verwendung eines erhöhten Steigerungsfaktors. So vermeiden Sie Rückfragen und Honorarkürzungen.

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