3-Phasen Skelettszintigraphie: Ablauf, Indikationen und Interpretation
Die 3-Phasen Skelettszintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Informationen über Knochenstoffwechsel und Durchblutung liefert. Dieser Artikel erklärt den Ablauf, die Anwendungsgebiete und die Interpretation dieser wichtigen nuklearmedizinischen Untersuchung.
3-Phasen Skelettszintigraphie: Detaillierter Einblick in den Knochenstoffwechsel
Die 3-Phasen Skelettszintigraphie ist eine spezielle Form der Skelettszintigraphie, die über die reine Darstellung der Knochenstruktur hinausgeht. Sie ermöglicht die Beurteilung von Knochenstoffwechselprozessen und der Durchblutung in drei zeitlich aufeinanderfolgenden Phasen. Diese Methode ist besonders nützlich bei der Diagnose von Entzündungen, Infektionen und anderen Erkrankungen, die mit einer veränderten Knochendurchblutung oder einem erhöhten Knochenstoffwechsel einhergehen.
Was ist eine Skelettszintigraphie und wann wird sie als 3-Phasen-Untersuchung durchgeführt?
Eine Skelettszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem eine geringe Menge radioaktiver Substanz (Radiopharmakon) in den Körper injiziert wird. Dieses Radiopharmakon reichert sich in den Knochen an und ermöglicht die Darstellung des Skeletts mithilfe einer Gammakamera. Die 3-Phasen-Variante wird eingesetzt, wenn es um die Beurteilung von:
- Entzündlichen Prozessen im Knochen geht (z.B. Osteomyelitis)
- Lockerung von Endoprothesen
- Komplexen regionalen Schmerzsyndromen (CRPS, auch bekannt als Morbus Sudeck)
- Bestimmten Arten von Knochentumoren
geht. Im Gegensatz zur herkömmlichen Skelettszintigraphie, die hauptsächlich die dritte Phase (Knochenphase) betrachtet, analysiert die 3-Phasen-Szintigraphie zusätzlich die Durchblutung und die Anreicherung des Radiopharmakons in den Weichteilen.
Der Ablauf einer 3-Phasen Skelettszintigraphie
Die Untersuchung gliedert sich in drei Phasen:
- Phase 1 (Perfusionsphase oder Angiographie): Unmittelbar nach der Injektion des Radiopharmakons werden für einige Minuten Aufnahmen gemacht, die die Durchblutung des Zielgebietes zeigen. Diese Phase ermöglicht die Beurteilung der arteriellen Zufuhr zum Knochen.
- Phase 2 (Weichteilphase oder Blood-Pool-Phase): Einige Minuten nach der ersten Phase werden weitere Aufnahmen angefertigt. Diese Phase gibt Aufschluss über die Anreicherung des Radiopharmakons in den Weichteilen und die Kapillarpermeabilität.
- Phase 3 (Knochenphase): Etwa 2-4 Stunden nach der Injektion werden die eigentlichen Knochenaufnahmen gemacht. In dieser Phase hat sich das Radiopharmakon im Knochen angereichert, so dass Veränderungen im Knochenstoffwechsel sichtbar werden.
Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel 3 bis 5 Stunden, inklusive der Wartezeit zwischen den Phasen.
Vorbereitung auf die Untersuchung
In den meisten Fällen sind keine speziellen Vorbereitungen erforderlich. Patienten sollten ihren Arzt jedoch über bestehende Schwangerschaften, Allergien oder andere Erkrankungen informieren. Es ist ratsam, bequeme Kleidung zu tragen und Schmuck abzulegen, da dies die Bildqualität beeinträchtigen könnte. Auch sollten Voraufnahmen (Röntgen, CT, MRT) dem Arzt vorliegen.
Das Radiopharmakon und die Strahlenbelastung
Das verwendete Radiopharmakon ist in der Regel Technetium-99m-markiertes Methylen-Diphosphonat (99mTc-MDP). Die Strahlenbelastung ist gering und vergleichbar mit der einer Röntgenuntersuchung. Das Radiopharmakon wird über die Nieren ausgeschieden. Es wird empfohlen, nach der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um die Ausscheidung zu beschleunigen.
Interpretation der Ergebnisse
Die Interpretation der Bilder erfolgt durch einen erfahrenen Nuklearmediziner. Er beurteilt die Durchblutung in der ersten Phase, die Anreicherung in den Weichteilen in der zweiten Phase und die Verteilung des Radiopharmakons im Knochen in der dritten Phase. Eine erhöhte Anreicherung (sog.