Abklärungskolposkopie: Was Sie über die Untersuchung bei auffälligem Pap-Abstrich wissen müssen
Ein auffälliger Pap-Abstrich kann beunruhigend sein. Oft ist die Ursache harmlos, aber zur Sicherheit wird eine Abklärungskolposkopie empfohlen. Dieser Artikel erklärt, was bei dieser Untersuchung passiert, warum sie wichtig ist und was Sie vom Ergebnis erwarten können.
Abklärungskolposkopie: Ihre Fragen beantwortet
Ein auffälliger Pap-Abstrich ist für viele Frauen erst einmal ein Schock. Doch keine Panik: In den meisten Fällen steckt keine ernste Erkrankung dahinter. Um jedoch Gewissheit zu erlangen, wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin Ihnen wahrscheinlich eine Abklärungskolposkopie empfehlen. Aber was genau ist das, und was erwartet Sie bei dieser Untersuchung? Dieser Artikel liefert Ihnen alle wichtigen Informationen.
Was ist eine Abklärungskolposkopie?
Die Abklärungskolposkopie ist eine spezielle Untersuchung des Gebärmutterhalses (Zervix), der Scheide (Vagina) und gegebenenfalls des äußeren Genitals (Vulva) mit einem Kolposkop. Ein Kolposkop ist im Wesentlichen ein Mikroskop mit einer starken Lichtquelle, das dem Arzt oder der Ärztin ermöglicht, die Oberfläche dieser Gewebe stark vergrößert zu betrachten. So können auch kleinste Veränderungen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar wären, entdeckt und beurteilt werden.
Warum wird eine Abklärungskolposkopie durchgeführt?
Die häufigste Indikation für eine Abklärungskolposkopie ist ein auffälliger Pap-Abstrich. Der Pap-Abstrich ist eine Routineuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Wenn der Pap-Abstrich auffällige Zellen zeigt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Krebs vorliegt. Es kann sich auch um Vorstufen von Krebs oder um andere Veränderungen handeln, die abgeklärt werden müssen. Die Abklärungskolposkopie dient dazu, diese Veränderungen genauer zu untersuchen und gegebenenfalls eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen.
Weitere Gründe für eine Abklärungskolposkopie können sein:
- Ein wiederholt positiver HPV-Test (Humanes Papillomavirus)
- Sichtbare Veränderungen am Gebärmutterhals, an der Scheide oder am äußeren Genital
- Unklare Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
Wie läuft eine Abklärungskolposkopie ab?
Die Abklärungskolposkopie ähnelt einer normalen gynäkologischen Untersuchung. Sie liegen auf dem gynäkologischen Stuhl, und der Arzt oder die Ärztin führt ein Spekulum (ein Instrument zum Öffnen der Scheide) ein. Anschließend wird das Kolposkop vor die Scheide positioniert, ohne es zu berühren. Der Arzt oder die Ärztin betrachtet nun die Oberfläche des Gebärmutterhalses durch das Kolposkop. Um auffällige Bereiche besser sichtbar zu machen, wird der Gebärmutterhals in der Regel mit einer Essigsäurelösung und/oder einer Jodlösung betupft. Diese Lösungen können kurzzeitig ein leichtes Brennen verursachen.
Wenn auffällige Bereiche entdeckt werden, kann der Arzt oder die Ärztin eine Biopsie entnehmen. Dabei wird mit einer kleinen Zange eine winzige Gewebeprobe entnommen. Die Entnahme einer Biopsie kann kurzzeitig etwas schmerzhaft sein, wird aber in der Regel gut vertragen. Die Gewebeprobe wird anschließend ins Labor geschickt und unter dem Mikroskop untersucht.
Was passiert nach der Abklärungskolposkopie?
Nach der Abklärungskolposkopie kann es zu leichten Blutungen oder Ausfluss kommen, insbesondere wenn eine Biopsie entnommen wurde. Dies ist normal und klingt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst ab. Sie können eine Slipeinlage verwenden, um die Blutungen aufzufangen. Vermeiden Sie Tampons, Geschlechtsverkehr und Vollbäder für einige Tage nach der Untersuchung.
Die Ergebnisse der Biopsie liegen in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen vor. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und Ihnen erklären, ob eine Behandlung notwendig ist. In vielen Fällen sind die Veränderungen harmlos und bedürfen keiner Behandlung. In anderen Fällen kann eine Behandlung erforderlich sein, um die veränderten Zellen zu entfernen und das Risiko von Gebärmutterhalskrebs zu verringern.
Was sind die Risiken einer Abklärungskolposkopie?
Die Abklärungskolposkopie ist eine sehr sichere Untersuchung. In seltenen Fällen kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
- Infektionen
- Stärkere Blutungen
- Narbenbildung am Gebärmutterhals
Sollten Sie nach der Untersuchung starke Schmerzen, Fieber oder ungewöhnlich starke Blutungen haben, suchen Sie bitte umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf.
Fazit
Die Abklärungskolposkopie ist ein wichtiges Instrument zur Früherkennung und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. Wenn Ihr Pap-Abstrich auffällig ist, ist es wichtig, sich dieser Untersuchung zu unterziehen, um Klarheit zu gewinnen und gegebenenfalls eine Behandlung zu erhalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie Fragen oder Bedenken haben.