G 37 Untersuchung beim Augenarzt: Was sie bringt, wer sie braucht und was du erwarten kannst
G 37 Untersuchung klingt sperrig. Ist es auch. Aber dahinter steckt ein simples Thema: Ich sitze viel am Bildschirm, meine Augen leisten jeden Tag Arbeit, und irgendwann merke ich, dass etwas nicht mehr sauber läuft.
Genau dafür gibt es die Vorsorge rund um Bildschirmarbeit. Nicht als Bürokratie-Spiel. Sondern damit Probleme früh auffallen, bevor sie mich produktiv machen, nerven oder im Alltag ausbremsen.
G 37 Untersuchung: Was ist das genau?
Die G 37 Untersuchung ist die arbeitsmedizinische Vorsorge für Menschen, die regelmäßig am Bildschirm arbeiten. Heute wird oft von der Vorsorge für Bildschirmarbeitsplätze gesprochen. Der alte Begriff G 37 ist aber noch überall präsent.
Wichtig: Es geht nicht um eine klassische Augenarzt-Sprechstunde für irgendwas mit Sehstärke. Es geht um die Frage, ob meine Augen und mein Sehvermögen zu meiner Arbeit passen.
Wenn ich lange auf Monitore schaue, kann das zu diesen Problemen führen:
- trockene oder brennende Augen
- Kopfschmerzen
- verschwommenes Sehen
- Schwierigkeiten beim Lesen am Bildschirm
- Nackenverspannungen, weil ich unbewusst kompensiere
Die Untersuchung soll genau solche Themen früh erkennen.
G 37 Untersuchung beim Augenarzt: Wer macht sie wirklich?
Hier ist der Punkt, den viele falsch verstehen: Die G 37 Untersuchung beim Augenarzt ist nicht einfach eine normale Augenarztkontrolle. Die arbeitsmedizinische Vorsorge läuft typischerweise über Arbeitsmediziner oder Betriebsärzte. Ein Augenarzt kann aber die augenärztlichen Teile übernehmen oder ergänzen, wenn es dafür sinnvoll ist.
In der Praxis heißt das: Wenn ich Beschwerden habe oder der Betriebsarzt etwas genauer prüfen will, kann eine augenärztliche Untersuchung dazukommen. Aber die arbeitsmedizinische Vorsorge bleibt ein eigener Prozess.
Wenn ich die offizielle Grundlage verstehen will, schaue ich direkt bei der DGUV nach. Dort finden sich die Regeln zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und zum Thema Bildschirmarbeit.
G 37 Untersuchung: Wann ist sie sinnvoll?
Ich brauche sie vor allem dann, wenn ich regelmäßig am Bildschirm arbeite und merke, dass mein Sehen nicht mehr entspannt läuft. Das gilt besonders, wenn ich viel lese, programmiere, Zahlen prüfe, Texte bearbeite oder mit mehreren Monitoren arbeite.
Typische Signale:
- Ich kneife die Augen oft zusammen.
- Ich blinzle selten und die Augen fühlen sich trocken an.
- Ich brauche mehr Licht oder halte Bildschirme immer weiter weg.
- Ich bekomme nach wenigen Stunden Beschwerden.
- Ich habe trotz eigentlich guter Sehschärfe Probleme am Bildschirm.
Wenn das nach meinem Alltag klingt, ist die Untersuchung kein Nice-to-have. Dann ist sie sinnvoll.
G 37 Untersuchung beim Augenarzt: Was wird geprüft?
Die genaue Untersuchung kann je nach Praxis und Anlass leicht variieren. Der Kern bleibt aber gleich: Es geht um Sehfunktion, Augenstellung und Belastbarkeit.
Typische Bausteine sind:
- Sehschärfe in der Nähe und Ferne
- Augenstellung und Zusammenarbeit beider Augen
- räumliches Sehen
- Farbsehen, wenn relevant
- Hinweise auf Trockenheit oder Überlastung
- Prüfung, ob eine Bildschirmbrille sinnvoll ist
Wenn ich schon eine Brille trage, wird auch geschaut, ob sie für den Bildschirm noch passt. Denn eine Fernbrille ist nicht automatisch eine gute Bildschirmlösung.
G 37 Untersuchung: Brauche ich dafür eine Bildschirmbrille?
Nicht jeder braucht eine Bildschirmbrille. Aber viele profitieren davon.
Der Fehler ist oft derselbe: Ich trage eine normale Alltagsbrille und wundere mich, warum der Bildschirm trotzdem anstrengend ist. Das Problem ist nicht immer die Sehschärfe. Oft ist es die Distanz, der Winkel oder die Dauer.
Eine gute Bildschirmbrille kann helfen, wenn:
- ich bei mittlerer Distanz unsauber sehe
- ich viel zwischen Tastatur, Monitor und Unterlagen wechsle
- ich nach der Arbeit müde Augen habe
- ich mehr Fokus und weniger Spannung will
Wichtig: Die Brille löst nicht jedes Problem. Ergonomie, Beleuchtung und Pausen zählen genauso.
G 37 Untersuchung: Was kostet das?
Das hängt davon ab, wer die Untersuchung veranlasst und wie sie organisiert ist. In vielen Fällen läuft die arbeitsmedizinische Vorsorge über den Arbeitgeber. Bei einer augenärztlichen Zusatzuntersuchung kann es anders sein.
Die wichtige Frage ist nicht nur der Preis. Die eigentliche Frage ist: Was kostet es mich, wenn ich Beschwerden ignoriere? Weniger Fokus. Mehr Fehler. Mehr Müdigkeit. Mehr Ausfälle. Das ist teurer.
G 37 Untersuchung: Was ich vorher tun sollte
Ich gehe nicht unvorbereitet hin. Wenn ich die Untersuchung sinnvoll nutzen will, bringe ich Klarheit mit.
- Ich notiere meine Beschwerden: Wann treten sie auf? Wie lange? Bei welcher Tätigkeit?
- Ich bringe meine aktuelle Brille mit, falls ich eine habe.
- Ich überlege meinen Arbeitsalltag: ein Monitor, zwei Monitore, Laptop, viel Lesen, viele Calls?
- Ich sage offen, was stört – auch wenn es banal klingt.
Je klarer ich bin, desto besser ist das Ergebnis. Ärzte sehen nur einen Ausschnitt. Ich kenne meinen Alltag.
G 37 Untersuchung: Welche Fragen sollte ich stellen?
Die meisten Leute gehen rein, lassen irgendwas messen und gehen wieder raus. Das ist verschenkt. Ich will Antworten, keine Zettel.
Diese Fragen bringen mich weiter:
- Passt meine aktuelle Brille für Bildschirmarbeit?
- Ist eine Bildschirmbrille für mich sinnvoll?
- Gibt es Hinweise auf Augenüberlastung oder Trockenheit?
- Was kann ich an meinem Arbeitsplatz sofort ändern?
- Wann sollte ich wieder zur Kontrolle kommen?
G 37 Untersuchung: Was ich zusätzlich sofort verbessern kann
Hier ist die harte Wahrheit: Viele Augenprobleme am Bildschirm sind kein Medizinproblem allein. Es ist ein Setup-Problem. Und das kann ich oft direkt lösen.
Meine Quick Wins:
- Bildschirm auf Augenhöhe oder leicht darunter ausrichten
- Abstand zum Monitor erhöhen, wenn ich zu nah sitze
- Beleuchtung prüfen: kein Blendlicht, kein harter Kontrast
- 20-20-20-Regel nutzen: alle 20 Minuten kurz in die Ferne schauen
- bewusst öfter blinzeln
- Textgröße hochsetzen statt zu nah heranzurücken
Das sind keine großen Hacks. Aber sie wirken. Und genau darauf kommt es an.
G 37 Untersuchung: Mein Fazit
Die G 37 Untersuchung ist kein Luxus und keine Formalität. Sie ist sinnvoll, wenn ich viel am Bildschirm arbeite und meine Augen unter Druck stehen. Sie hilft mir, Probleme früher zu erkennen, besser zu sehen und entspannter zu arbeiten.
Wenn ich Beschwerden habe, warte ich nicht. Ich lasse prüfen, was los ist, und optimiere dann Arbeit, Sehkorrektur und Gewohnheiten zusammen. Genau so wird aus Vorsorge echter Nutzen.
G 37 Untersuchung ist am Ende nur dann wertvoll, wenn ich sie ernst nehme und danach etwas ändere.